Das Portable-Alpha-Konzept bietet die Möglichkeit, marktunabhängige und unkorrelierte Renditequellen anderer Asset-Klassen in das eigene Portfolio zu übernehmen. Dabei wird das Beta-Exposure, d.h. das vom Markt abhängige Risiko, im Zieldepot nicht erhöht.
Im Sinne des CAPM steht das Beta für das relative Maß der Volatilität eines Wertpapiers oder eines Portfolios im Verhältnis zum Gesamtmarkt. In vielen Publikationen, gerade in Bezug auf Alpha-Strategien, wird Beta synonym für die Rendite des Gesamtmarktes gebraucht. So wird auch im weiteren Verlauf die Gesamtrendite als Summe der Marktrendite und der Rendite aus aktiven Anlagentscheidungen bezeichnet .
Portable Alpha bezieht sich einerseits auf den Prozess, den Alpha-Anteil eines Portfolios von seinem Beta-Anteil zu lösen und auf ein weiteres Portfolio zu übertragen.1 Des Weiteren werden mit dem Begriff auch Produkte bezeichnet, die keinen oder einen möglichst geringen Beta-Anteil besitzen.
Bereits im Jahre 1986 beschreiben Schwarz, Hill und Schneeweis, dass mittels Futures ein Nutzen aus »spezilized investment management skills« 2 gezogen werden kann. Weiter schreiben Sie:
“With futures, an investor can more easily separate the market- and nonmarket-related returns and risk of a portfolio. Investment managers who wish to specialize in stock selection and sell this service can more easily do so with stock index futures.”3
Das CAPM zeigte schon immer, dass Alpha und Beta unkorrelierte Renditen sind, doch es dauerte einige Zeit, bis dieser Nutzen entdeckt und ernsthaft umgesetzt wurde.4 Erst die niedrigen Anleiherenditen und Risikoprämien der letzten Jahre führten dazu, dass sich immer mehr Investoren und Pensionskassen mit neuen Ansätzen beschäftigen. Während anfangs nur eine Alpha-Quelle genutzt wurde und in ein Core-Portfolio »geportet« wurde, werden die Strukturen heutzutage komplexer. So werden zunehmend zwei separate Portfolios unabhängig voneinander betrieben: eins zur Beta-Gernerierung und ein eigenes für die Alpha-Generierung, das auf mehrere Alpha-Manager setzt.5
Die folgenden Ausführungen basieren hauptsächlich auf der Publikation von Kung und Pohlman (2004). Sie zeigen in ihrer Arbeit, wie Portable-Alpha-Strategien funktionieren und wie diese implementiert werden können. Die Idee hinter Portable Alpha bringen sie in nur einem Satz auf den Punkt:
“Portable alpha enables investors to budget risk and enhance alpha (potentially) without dramatically changing asset allocation.”6