Der Tracking Error (TE) misst das Abweichungsrisiko zwischen einem Portfolio und seiner Benchmark und wird daher auch als Nachbildungsfehler oder aktives Risiko bezeichnet.1 Die alleinige Betrachtung des Tracking Errors, wie vielfach definiert, als relative Differenz zwischen dem Ertrag des Portfolios und der Benchmark () unter Vernachlässigung des Portfolio-Betas (
) hätte zur Folge, dass bei gleicher Rendite ein höheres Risiko in Form einer höheren Volatilität nicht negativ beurteilt wird.2
Der umfassendere historische Tracking Error zeigt die Volatilität der aktiven Rendite:
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Ein Tracking Error von null würde einen perfekten Gleichlauf mit dem zugehörigen Benchmark bedeuten, die Performance könnte allerdings abweichen, wenn systematisch die Indexrendite verfehlt wird. Je höher der Tracking Error, desto höher ist das Risiko, dass die Rendite der Benchmark nicht erreicht wird. Dem aktiv gemanagten Portfolio kann mit dem Tracking Error eine Richtgröße gegeben werden, wie stark das Portfolio negativ von der Benchmark, aber auch positiv abweichen darf. Dadurch soll das Eingehen von etwaigen Einzelrisiken seitens des Portfoliomanagers vermieden werden. Allerdings führt dies auch dazu, dass der Portfoliomanager in seiner Titelauswahl keine großen Abweichungen zur Benchmark riskieren wird.
Ein Einsatz des Tracking Error setzt das Vorhandensein einer zugehörigen Benchmark voraus, dies ist gerade bei Absolute-Return-Ansätzen wie auch bei Hedge-Fonds oft problematisch. Während dem Tracking Error im passiven Asset Management eine zentrale Bedeutung zukommt, ist er ansonsten als Risikomaß aus der Mode gekommen. Value-at-Risk und andere volatilitätsbezogenen Risikomaße dominieren. Aufgrund der Jagd nach Alpha könnte dem Tracking Error eine Renaissance bevorstehen.3