Die Effizienz an Kapitalmärkten kann auf zwei Arten unterschieden werden. Zum einen in die Markteffizienz, die ein Element des vollkommenen Kapitalmarkes ist und sich daraus ergibt, wie gut beispielsweise die Börse hinsichtlich Transaktionsgeschwindigkeit und Abwicklungskapazität funktioniert. Zum anderen in Bezug auf die Informationsbearbeitung, die daher auch Informationseffizienz genannt wird, als Maß für die Zeit und Genauigkeit der Reaktion der Wertpapierkurse auf neue Informationen.1
Die Kapitalmarkteffizienz nach Fama (1970) bezieht sich auf die Informationsverarbeitung an Kapitalmärkten. Hiernach wird von einem effizienten Kapitalmarkt ausgegangen, wenn der Preis eines Wertpapiers jederzeit dem tatsächlichen inneren Wert entspricht, d.h., dass alle verfügbaren Informationen vollständig in die Preisfindung mit einfließen.2 Dabei lässt sich Informationseffizienz in Stufen unterteilen, entsprechend dem Grad der Effizienz.
Der schwachen Informationseffizienz nach ist es nicht möglich anhand historischer Kursinformationen Überrenditen zu erzielen. Damit wäre die technische Aktienanalyse nutzlos, da ihre Prognosen der zukünftigen Entwicklung der Titel auf historischen Kursdaten beruhen. Da alle Marktteilnehmer Zugriff auf dieselben Zeitreihen und Charts haben, werden alle vermeintlich erkannten Chartformationen umgehend im Wertpapierkurs berücksichtigt.
Die halbstrenge Informationseffizienz geht einen Schritt weiter und es werden alle öffentlichen Informationen vom Wertpapierkurs reflektiert. Sie schließt die schwache Informationseffizienz mit ein. Auch wenn nicht alle Marktteilnehmer gleichermaßen die Informationen vollständig aufnehmen und verarbeiten, tut es aber der Markt als Ganzes. Empirische Untersuchungen belegen, dass der Markt sehr effizient auf öffentliche Informationen reagiert.3 Als Folge lässt sich auch mit fundamentaler Analyse keine Outperformance erzielen. Die logische Fortführung dieses Gedankens führt zu einem Paradoxon, da die Nutzlosigkeit zur Aufgabe der fundamentalen Analyse führen würde und zufolge hätte, dass diese Informationen auch nicht mehr in die Preisfeststellung der Wertpapiere mit einfließen. Damit ist die fundamentale Analyse unweigerlich notwendig um die halbstrenge Informationseffizienz zu gewährleisten. Aktives Wertpapiermanagement lohnt nur, falls das Fondsmanagement über Insiderinformationen oder dem Markt überlegene Kenntnisse verfügt.4
Bei der strengen Informationseffizienz, die beide schwächeren Stufen einschließt, führen selbst Insiderinformationen nicht zu einem Renditevorsprung. Sämtliche öffentlichen und geheimen Informationen sind zu jeder Zeit in den Wertpapierkursen berücksichtigt. Der Realität hält die strenge Informationseffizienz nicht Stand. Durch Ausnutzung von kursbeeinflussenden nichtöffentlichen Informationen erlangen Insider einen Informationsvorsprung. Die anderen Marktteilnehmer werden dadurch benachteiligt und die Integrität des Marktes wird geschädigt. Daher ist die Weitergabe und Ausnutzung von Insiderwissen verboten.
Eine weite Sichtweise bietet die Semi-Efficient Market Hypothesis.5 Demnach sind die Wertpapierkurse einiger Unternehmen effizienter als die anderer. Standardwerte, die von vielen Investoren gehalten und von vielen Analysten untersucht werden, reagieren effizienter auf neue Meldungen als kleine Nebenwerte, die nur wenig Aufmerksamkeit auf sich lenken. Als Folge können mit Large Caps nur die normalen Risikoprämien erzielt werden, während sich unter den Small Caps eher unterbewertete Werte finden.